Daten sind der Kern — aber welches System passt?
Die Struktur entscheidet über Erfolg oder Scheitern. Airtable für schnelle Prototypen oder PostgreSQL für die Zukunft? Die Antwort hängt von konkreten Faktoren ab.
Was bei der Wahl entscheidet:
- Datenvolumen und Komplexität der Beziehungen
- Teamgröße und geplantes Wachstum
- Sicherheitsanforderungen und Compliance
- Performance-Anforderungen
- Budget und technisches Know-how
Low-Code-Tools im Überblick
Schnell starten, aber mit Grenzen
Tool | Ideal für | Vorteile | Grenzen |
---|---|---|---|
Airtable | CRM, Projektmanagement | Benutzerfreundlich, gute API | Teuer bei Skalierung, proprietär |
Notion | Wissensmanagement, einfache Listen | Vielseitig, gute UX | Langsam bei großen Datenmengen |
Google Sheets | Schnelle Prototypen, Berechnungen | Jeder kennt’s, Apps Script | Keine echte Datenbank-Struktur |
Baserow | Open-Source-Alternative | Selbst hostbar, günstiger | Noch jung, kleinere Community |
Echte Datenbanken: Cloud-nativ und zukunftssicher
Moderne Cloud-Datenbanken bieten Enterprise-Features ohne Infrastruktur-Aufwand
PostgreSQL-basierte Lösungen:
- Supabase: PostgreSQL + Realtime + Auth + APIs out-of-the-box
- AWS RDS/Aurora: Vollständig verwaltete PostgreSQL/MySQL
- Google Cloud SQL: Einfache PostgreSQL-Deployments
NoSQL für flexible Datenmodelle:
- AWS DynamoDB: Serverless, automatische Skalierung
- MongoDB Atlas: Dokumentenbasiert, entwicklerfreundlich
- Firebase Firestore: Realtime-Updates, mobile-optimiert
Hybrid-Ansätze:
- PlanetScale: MySQL-kompatibel mit Git-ähnlichen Workflows
- Neon: Serverless PostgreSQL mit Branching
- Hasura: GraphQL-API über bestehende Datenbanken
Wann Low-Code, wann echte Datenbank?
Die Entscheidungsmatrix
Ihre Situation | Empfehlung | Warum |
---|---|---|
MVP, schneller Prototyp | Airtable/Notion | Zeit ist wichtiger als Perfektion |
Interne Tools, <20 Nutzer | Airtable/Baserow | Kosten-Nutzen stimmt |
Kundendaten, DSGVO-relevant | Supabase/PostgreSQL | Datenschutz und Kontrolle |
Hohe Performance nötig | DynamoDB/PostgreSQL | Low-Code ist zu langsam |
Komplexe Datenbeziehungen | PostgreSQL/Supabase | Relationale Logik nötig |
Mobile App geplant | Firebase/Supabase | Realtime-Features integriert |
Praxisbeispiele: Was kostet was?
Content-Management für Agentur
Aufgabe: Kundenprojekte und Content verwalten, 5-10 Nutzer Low-Code: Airtable Pro (€20/Nutzer/Monat) = €200/Monat Echte DB: Supabase Pro (€25/Monat) + Entwicklung (€3.000 einmalig) Fazit: Airtable für schnellen Start, später Migration zu Supabase
E-Commerce-Backend
Aufgabe: Produktkatalog, Bestellungen, Kundendaten Low-Code: Nicht geeignet (Performance, Sicherheit) Echte DB: PostgreSQL (AWS RDS) + API (€500-2.000/Monat) Fazit: Nur echte Datenbank sinnvoll
Interne Wissensdatenbank
Aufgabe: 50 Mitarbeiter, Dokumentenmanagement Low-Code: Notion Team (€8/Nutzer/Monat) = €400/Monat Echte DB: Selbst entwickelt (€15.000+) oder Notion nutzen Fazit: Notion reicht völlig aus
Cloud-Datenbanken: Unsere Top-Empfehlungen
Für verschiedene Anwendungsfälle
Supabase (PostgreSQL + APIs):
- Beste Wahl für moderne Web-Apps
- Realtime-Features, Authentication inklusive
- €25/Monat für professionelle Nutzung
AWS DynamoDB:
- Serverless NoSQL für variable Lasten
- Automatische Skalierung
- Pay-per-Use ab €0
PlanetScale:
- MySQL mit Git-ähnlichen Workflows
- Ideal für Teams mit SQL-Erfahrung
- Branching für Datenbankschemas
Firebase Firestore:
- Perfekt für Mobile Apps
- Offline-Sync, Realtime-Updates
- €25/Monat für Hobby-Projekte
Unser Beratungsansatz
Wir helfen bei der strategischen Entscheidung
Was wir analysieren:
- Aktuelle und geplante Datenvolumen
- Team-Skills und verfügbare Ressourcen
- Performance- und Sicherheitsanforderungen
- Budget für Entwicklung und Betrieb
- Integrationsbedarf mit anderen Systemen
Unser Vorgehen:
- Ist-Analyse: Aktuelle Datenstrukturen verstehen
- Anforderungsworkshop: Ziele und Constraints definieren
- Architekturempfehlung: Konkrete Technologie-Auswahl
- Migrationsstrategie: Schrittweiser Übergang ohne Risiko
Fazit: Die richtige Wahl zur richtigen Zeit
Low-Code-Tools sind perfekt für den Start. Echte Datenbanken für die Zukunft.
Low-Code nutzen für:
- MVPs und Prototypen
- Interne Tools mit wenigen Nutzern
- Projekte mit begrenztem Budget
- Teams ohne Entwickler-Ressourcen
Echte Datenbank ab:
- Kundendaten oder kritischen Geschäftsdaten
- Performance-Anforderungen
- Komplexen Datenbeziehungen
- Mehr als 50 gleichzeitigen Nutzern
Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt keinen universellen Ansatz. Die beste Lösung hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab. Wer beide Welten versteht, trifft bessere Entscheidungen.